Widdersdorf-Ost

Die meisten Berichte über die Entstehung und Entwicklung Widdersdorfs enden am 1. Januar 1975 mit der Eingemeindung nach Köln. Zur jüngeren Geschichte der Entstehung des neuen Baugebietes Widdersdorf-Ost findet man jedoch nichts. Es ist schon erstaun-lich, wie schnell hier Fakten der Ortsentwicklung geschaffen wurden.
Informationen über Proteste gegen die Entstehung von 70 zweigeschossigen Einfamilien-häusern im Widdersdorfer Westen (Auf der Aspel) datieren bereits von 1996. Wurden deswegen im Widdersdorfer Osten einfach Fakten geschaffen? Schnell ging es mit dem Bau der mehrgeschossigen Sozialwohnungen am östlichen Ortseingang von Widdersdorf. Anschließend entstand 1999 die lange Häuserreihe, die auch heute noch Widdersdorf nach Osten abgrenzt, quasi als ersten Lärmschutzwall für Widdersdorf zur Autobahn. Bevor der Rest dazwischen erschlossen wurde, schlugen in einem kleinen Teil erst einmal die Archäologen ihre Zelte auf und untersuchten Reste von Gebäuden oder eine kleine Siedlung, die lange vor der Römerzeit entstanden ist. Der Raum dazwischen füllte sich zusehends. Einzelne Häuser waren morgens noch nicht da und standen abends schon im Rohbau. An anderen wurde Jahre gebaut und teilweise immer noch.
 
Foto: Wolfgang Goeritz
 
Die Historie zur Entstehung von Widdersdorf-Süd dagegen ist ab 2002 nahezu lückenlos dokumentiert. Am Anfang stand ein städtebauliches und verkehrstechnisches Entwicklungskonzept für Widdersdorf unter der Mitwirkung der WIG. Planänderungen, Bebauungspläne, Bürgerbeteiligungen etc. folgten.

Was unterscheidet heute Widdersdorf-Ost von Widdersdorf-Süd? Die Häuser stehen dichter und die Grundstücke sind kleiner. Es gibt aber noch einen anderen nachhaltigeren Unterschied: Widdersdorf-Süd hat eine Internationale Schule. Widdersdorf-Ost ist international.

Läuft man am Kindergarten an der Indianapolisstraße vorbei, fällt linker Hand eine asiatische Gartengestaltung auf: Zickzack-Wege – weil böse Geister nur gerade auslaufen – und ein Teich mit einer Brücke darüber. In China fehlt so etwas in keinem Garten. Ein paar Meter weiter ein opulent gestalteter Hauseingang mit Säulen und orientalischen Stilelementen, gegenüber ein schlichtes rotes Haus, das so in jede skandinavische Kleinstadt passen würde. International sind auch die Straßennamen in Widdersdorf-Ost, allesamt benannt nach Partnerstädten von Köln. Esch-sur-Alzette in Luxemburg ist die älteste Partnerstadt, die mit einem Straßennamen bedacht wurde. 1988 verband sich Köln zeitgleich mit Indianapolis in den USA und Wolgograd in der UDSSR. Auch Klausenburg, als drittgrößte Stadt Rumäniens, wurde mit einem Straßennamen bedacht, obwohl die Partnerschaft Ende der ´80er wieder eingeschlafen ist. Seit 1967 ist der Berliner Stadtteil Neukölln Partnerstadt von Köln. Auf dessen Anregung kam auch Treptow-Köpenick dazu.
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